Read Nikolai Gogol (Nabokov: Gesammelte Werke, Band 16) by Vladimir Nabokov Online

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In den Jahren ab 1942 schrieb Nabokov eine Studie ber Nikolaj Gogol, eine der ungew hnlichsten Biographien der Weltliteratur Sie wird in deutscher Sprache im Rahmen der Gesamtausgabe zum ersten Mal ver ffentlicht Gogol man lernt ihn in dieser Biographie nicht ber die Stationen seines Lebenswerkes kennen, auch nicht ber den Inhalt seiner St cke, noch weniger ber das, was Interpreten aus ihnen heraus oder in sie hereingelesen haben Dieses Buch ist ein Visavis Nabokov Gogol Keine Quellen, keine Sekund rliteratur werde er benutzen, schrieb Nabokov, nur Gogol selbst Allein die poetische Essenz des Werkes interessierte ihn, die Feuerwerke des Alptraums , die Gogol entz ndete, und in denen so vieles endete, was er im Allt glichen beginnen lie , bis eine T r sich ffnete und eine Welle sch umender Poesie sich dort absetzte, wo es hingeh rte im Irrationalen Und ein freundlicher Einfall , so Nabokov, beschert einem die Erinnerung, dass der Unterschied zwischen dem, was komisch ist, und dem, was komisch an den Dingen ist, von einem Zischlaut abh ngt....

Title : Nikolai Gogol (Nabokov: Gesammelte Werke, Band 16)
Author :
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ISBN : 3498046543
ISBN13 : 978-3498046545
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Rowohlt Buchverlag Auflage 1 14 September 1990
Number of Pages : 469 Pages
File Size : 788 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Nikolai Gogol (Nabokov: Gesammelte Werke, Band 16) Reviews

  • Amazon Customer
    2019-04-29 09:43

    In seinem zweiten auf englisch geschriebenen und erstmals 1944 veröffentlichten Buch befasst sich Nabokov mit Leben und Werk von Gogol. Manche Abschnitte im Leben von Gogol werden dabei nur kurz angeschnitten. N. räumt dem Werk von Gogol den größeren Raum ein und befasst sich dort vornehmlich mit seiner mittlerer Schaffensperiode, in denen Gogol nach N's Ansicht auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft war. Die folkloristischen bzw. mythenhaften Erzählungen aus seiner frühen und die religiös inspirierten Schriften aus seinen letzten Lebensjahren hält N. demgegenüber für größtenteils minderwertig.N. zeigt die Genialität Gogols anhand ausführlicher Zitierung und Erläuterung von ausgewählten Textstellen der Meisterwerke "Der Revisor", "Tote Seelen" und "Der Mantel". Er verdeutlich dabei, dass für große Literatur nicht entscheidend ist, was erzählt wird, sondern wie dies geschieht. N. begreift Gogol dabei nicht als reinen Satiriker, sondern legt mehr Wert darauf, die Kunst des abschweifenden Erzählens, seine poetische Sprache und den doppelten Boden, bzw. darüber hinausgehend die "mindestens vierdimensionale Prosa" des nach N's Ansicht größten russischen Schriftstellers zu verdeutlichen.Dem Essay angefügt ist ein witziger Kommentar aus einer Neuauflage des Buches aus dem Jahr 1971, in dem N. schildert, wie ihn sein Verleger vor der Veröffentlichung der Erstauflage dazu nötigte, seinem Werk eine Zeittafel über Gogols Leben und ein Bild des Dichters anzufügen. Die deutsche Auflage enthält neben einem Register zudem ein Nachwort des Herausgebers Dieter E. Zimmer. In seiner Anmerkung erwähnt Zimmer ein Interview, das er selbst mit Nabkov im Jahr 1966 führte, in dem dieser einräumte, das Buch allzu hastig geschrieben und es nicht besonders gern zu haben. Leider scheint Zimmer der selben Ansicht zu sein, da der kongeniale Übersetzer und größte Nabokov-Experte die Übertragung nicht selbst vornahm, sondern dies Jochen Neuberger überließ. Dieser scheint sich die angebliche Arbeitsweise des Meisters zum Vorbild genommen zu haben. Viele Sätze sind offenbar allzu wörtlich ins Deutsche übertragen worden ohne dabei den Sinngehalt im Auge behalten oder den Satzbau der deutschen Sprache angepasst zu haben. Zudem enthält das Werk einige wirklich grobe Schnitzer. So heißt es z. B. gleich im zweiten Satz des Buches, Gogol sei bei seinem Tod "fast vierunddreißig Jahre alt" gewesen, während es tatsächlich "fast dreiundvierzig Jahre alt" heißen müsste. Demgegenüber sind die ausführlichen Zitate aus den Werken Gogols offenbar gewissenhaft übersetzt worden. Sie lesen sich jedenfalls besser als die entsprechenden Textstellen aus den deutschen Übersetzungen, die mir vorliegen und lassen in Verbindung mit N's Erläuterungen die Poetik mancher Textstellen erst richtig deutlich werden.Trotz der teilweisen Mängel und N's Distanzierung dürfte die Lektüre für jeden, der Gogol gelesen hat, eine sehr unterhaltsame und erkenntnisreiche Lektüre sein. Wer mehr über die Entstehungsgeschichte des Buches erfahren möchte, sollte den Briefwechsel mit Edmund Wilson hinzuziehen .

  • Bernd Poßner
    2019-04-25 12:00

    Nabokovs Vorlesungen über europäische und russische Literatur, die er in den vierziger Jahren des 20. Jahrunderts an der Cornell-Universität in Ithaca, N.Y., gehalten hat sind inzwischen ein Klassiker. Der Band "Nikolaj Gogol" (Herausgegeben von Dieter E. Zimmer, übersetzt von Jochen Neuberger) ist ein Teil davon, obwohl es ursprünglich als selbständiges Buch in Auftrag gegeben worden war.Nabokov erweist sich hier als literaturwissenschaftlicher Autor, der bei allem Respekt vor Gogols Werk zu den unterschiedlichen Schaffensperioden eine kritische Distanz bewahrt. Und er selbst hat bei Gogol gelernt, wie so viele vor ihm auch, wenn man nur an das absurde Schlusskapitel "Kommentare" des Buches denkt, das er später hinzugefügt hat. Die bedeutsamen Werke Gogols vermittelt Nabokov dem interessierten Leser mit Leidenschaft. Und er weiß, wie sehr eine Leserschaft sich an solchen Erzählungen wie zum Beispiel dem "Mantel" in verschiedene Richtungen aufteilen kann. Da gibt es den "oberflächlichen" und den "gravitätischen" Leser, da gibt es den Leser, der nur etwas zum Lachen braucht und den, der von Büchern nachdenklich gestimmt werden will. Aber "keiner wird begreifen worum es im Mantel wirklich gegt", sagt Nabokov. Dazu bedarf es des "schöpferischen" Lesers, sagt er, da dies eine Geschichte für ihn sei. Und das ist das Credo Nabokovs, dass zum Verständnis Gogols und seines Werkes mehr gehört, als nur unterhalten zu werden. Gogol versteht nur, wer die vielen Zwischentöne hört, die überall aufklingen, wer die Nebensächlichkeiten, die scheinbar unbeabsichtigt überall offen oder versteckt enthalten sind bemerken kann. Bei allem bleibt Gogol "der wunderlichste Prosapoet, den Russland je hervorbrachte", sagt Nabokov.

  • Natalie Ost
    2019-05-08 12:50

    Kaufabwicklung und Lieferung TOP.Ein sehr interessantes Buch, dass sich selbst nicht so ernst nimmt (bzw. der Autor sich selbst, aber auch den Leser). Nur zu empfehlen!!!

  • Leser X
    2019-05-14 09:34

    Im Zitat von Nabokov wurde ausgerechnet der Zischlaut unterschlagen, von dem die Rede ist - es muss selbstverständlich heißen: "Und ein freundlicher Einfall beschert einem die Erinnerung, dass der Unterschied zwischen dem, was komisch, und dem, was kosmisch an den Dingen ist, von einem Zischlaut abhängt."